Tipps um das Immunsystem zu stärken

Immunsystem stärken

Unser Immunsystem arbeitet täglich auf Hochtouren, um uns vor Viren, Bakterien und anderen Erregern zu schützen. Wird dieses Abwehrsystem jedoch geschwächt, macht sich das oft schnell bemerkbar. Typische Folgen sind wiederkehrende Infekte, Müdigkeit, Erschöpfung und eine erhöhte Stressanfälligkeit. Diese Beschwerden können wiederum dazu führen, dass Körper und das psychische Wohlbefinden aus dem Gleichgewicht geraten. Gerade in anspruchsvollen Lebensphasen lohnt es sich deshalb, bewusst innezuhalten und auf den eigenen Gesundheitszustand zu achten.

Wie funktioniert das Immunsystem?

Das Immunsystem ist ein Schutzprogramm des Körpers gegen Eindringlinge wie Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten. Es funktioniert nicht wie eine starre Mauer, sondern wie ein dynamisches und komplexes Netzwerk aus Zellen, Geweben und Organen, das im ganzen Körper aktiv ist. Spezialisierte Abwehrzellen erkennen und markieren Krankheitserreger, setzen Signalstoffe frei und koordinieren so eine wirksame Abwehrreaktion. Ein gesundes Immunsystem ist entscheidend, um Infektionen zu verhindern und Erkrankungen schnell zu überwinden. Ist es geschwächt, steigt die Infektanfälligkeit: Erkältungen, Fieber, Husten oder Halsschmerzen treten häufiger auf und die Genesung dauert länger.
Ursachen für eine geschwächte Abwehr können Grunderkrankungen oder ungünstige Lebensgewohnheiten sein. Dazu zählen Alkohol, Nikotin, Bewegungs- und Schlafmangel – und besonders chronischer Stress. Die kalten und sonnenarmen Jahreszeiten sowie die erhöhte Virenzirkulation in Innenräumen stellen eine zusätzliche Belastung für das Immunsystem dar.

Warum die psychische Gesundheit für ein starkes Immunsystem zentral ist

Stress spielt eine zentrale Rolle für die Leistungsfähigkeit der körpereigenen Abwehr. Anhaltender emotionaler oder psychischer Stress hat einen direkten Einfluss auf unser Immunsystem:

Bei chronischem Stress schüttet der Körper vermehrt das Stresshormon Kortisol aus. Dieses Hormon beeinträchtigt verschiedene Abwehrmechanismen des Körpers. Man kann sich das so vorstellen, dass die Immunzellen weniger präsent und einsatzbereit sind, da sich weisse Blutkörperchen in ihrer Aktivität verändern und sich aus den Bereichen zurückziehen, in denen sie normalerweise Krankheitserreger bekämpfen würden. Dadurch arbeitet das Immunsystem insgesamt weniger effektiv, und wir werden anfälliger für Virus- und Bakterieninfektionen.

Zu den spezifischen Auswirkungen von erhöhtem Kortisol zählen:

  • Die Vermehrung bestimmter Immunzellen wird reduziert.
  • Die Produktion von Antikörpern (z. B. im Speichel) sinkt.
  • Entzündungsprozesse im Körper werden begünstigt.
  • Anhaltender Stress kann sogar Veränderungen in den Gehirnstrukturen bewirken.

Auch starke körperliche Belastungen wie intensiver Sport, Schlafmangel, einseitige Ernährung oder soziale Isolation schwächen die körpereigene Abwehr. Ein gesundes Immunsystem braucht deshalb nicht nur körperliche, sondern auch psychische Stabilität.

Körperliche und mentale Ressourcen: Der Schlüssel zu einem starken Immunsystem

Eine ganzheitliche Herangehensweise ist entscheidend, um das Immunsystem langfristig zu unterstützen. Sie stärkt sowohl die körperlichen Funktionen als auch die mentalen und emotionalen Ressourcen und zielt auf ein nachhaltiges, inneres Gleichgewicht ab.

8 Tipps für ein starkes Immunsystem

  1. Stress reduzieren: Kurze Pausen, Atemübungen, Meditation, Yoga oder kleine Alltagsrituale helfen, Stress abzubauen und die Ausschüttung von Stresshormonen zu verringern.
  2. Gesunder Schlaf: 7–8 Stunden Schlaf unterstützen die Regeneration des Körpers. Während dieser Ruhezeit läuft das Immunsystem auf Hochtouren, um wichtige Reparaturprozesse durchzuführen und die Abwehrzellen effektiv zu stärken und zu reaktivieren.
  3. Ausgewogene Ernährung: Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und hochwertigen Proteinen liefert die Bausteine, die das Immunsystem benötigt. Besonders wichtig sind:
    • Vitamin C: Dieses wichtige Vitamin ist ein starkes Antioxidans und spielt eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung der Immunzellenfunktion. Es schützt den Körper vor schädlichen freien Radikalen und trägt dazu bei, die Abwehrbereitschaft zu erhöhen. Hervorragende Quellen für eine Zufuhr sind Gemüsepaprika, schwarze Johannisbeeren, Petersilie, Zitrusfrüchte, Kohl, Spinat und Tomaten.
    • Vitamin D: Vitamin D ist an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt, darunter auch an der Regulierung des Immunsystems. Die Hauptversorgung erfolgt über die körpereigene Bildung durch die Bestrahlung der Haut mit Sonnenlicht. Die Zufuhr über die Ernährung ist gering, da nur wenige Lebensmittel wie Fettfische (z. B. Lachs), Eier und bestimmte Speisepilze nennenswerte Mengen an Vitamin D enthalten.
    • Zink: Als lebenswichtiges Spurenelement kann Zink nicht vom Körper selbst gebildet werden, weshalb die Aufnahme über die Nahrung essenziell ist. Es wird benötigt, um neue Immunzellen zu bilden und um die Abwehrkräfte zu aktivieren, damit Infektionen schneller bekämpft werden können. Gute Lieferanten sind Fleisch, Eier, Milch(-produkte) sowie Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Nüsse.
    • Eisen: Dieses Spurenelement ist unabdingbar für den Sauerstofftransport im Blut und stellt sicher, dass die Immunzellen effektiv arbeiten und ihre volle Funktionsfähigkeit entfalten können. Wichtige Hauptlieferanten für die Eisenzufuhr sind Vollkornprodukte, Fleisch, Wurstwaren, Hülsenfrüchte und bestimmtes Gemüse.
  4. Ein gesunder Darm: Ein gut funktionierender Darm ist zentral für die Immunabwehr, da sich dort ein bedeutender Teil des Immunsystems befindet. Eine intakte Darmbarriere verhindert, dass Schadstoffe in den Körper gelangen und Erkrankungen auslösen.
  5. Ausreichend Trinken: Eine gute Flüssigkeitszufuhr hält die Schleimhäute feucht. Diese sind eine erste wichtige Schutzbarrieren gegen Krankheitserreger. Ideal sind Wasser und ungesüsste Tees.
  6. Regelmässige Bewegung: Aktivität verbessert die Durchblutung und unterstützt zentrale Immunprozesse. Spaziergänge, moderates Training oder Yoga stärken das Abwehrsystem, ohne es zu überlasten. Zu intensive Belastungen können das Immunsystem jedoch kurzfristig schwächen.
  7. Wechselduschen und Saunagänge: Kälte-Warm-Reize regen die Durchblutung an, was Kreislauf und Immunreaktionen stimuliert. Gleichzeitig fördern sie das allgemeine Wohlbefinden.
  8. Emotionale Stabilität und soziale Verbundenheit: Psychisches Wohlbefinden wirkt direkt auf die Gesundheit. Gespräche mit vertrauten Personen oder Fachleuten entlasten, reduzieren Stress und stärken Bewältigungsstrategien. Bewusst gepflegte Freundschaften, Hobbys und kleine Auszeiten fördern die seelische Widerstandskraft – und damit auch die Immunantwort.

Ein starkes Immunsystem entsteht nicht durch einzelne Massnahmen, sondern durch das Zusammenspiel von körperlicher Pflege und psychischer Stärke. Je besser wir auf uns selbst hören, Pausen zulassen, für emotionale Entlastung sorgen und unseren Körper durch regelmässige Bewegung und ausgewogene Ernährung unterstützen, desto widerstandsfähiger wird er. Psychische Gesundheit ist dabei kein Nebenaspekt, sondern ein zentraler Schlüssel für ein robustes Immunsystem und langfristiges Wohlbefinden.

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Referenzen
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