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Chronisches Aufschieben

Die sogenannte Prokrastination ist weit verbreitet und kann gut mit Verhaltenstherapie behandelt werdenn.

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ZAHLEN UND FAKTEN

  • leichte Formen von Prokrastination (auch Aufschiebeverhalten, Handlungsaufschub, umgangssprachlich Aufschieberitis) sind extrem häufig: Vermutlich hat jeder schon einmal eine Tätigkeit auf den letzten Drücker beendet
  • chronische Prokrastination gilt bislang nicht als eigenständige psychische Krankheit. Studien zufolge können jedoch bis zu 25 Prozent der Bevölkerung als chronische Prokrastinierer bezeichnet werden
  • am besten untersucht ist das Aufschiebeverhalten unter Studierenden. In Umfragen mit amerikanischen College-Studenten bezeichnen sich etwa 50 Prozent als Prokrastinierer und geben an, durch das Aufschieben Probleme im Studium zu haben.
  • Eine Studie an der Universität Münster ermittelte bei 15 Prozent der Studierenden eine problematische Prokrastinationstendenz

URSACHEN

  • der Prokrastination scheint eine Störung der Selbststeuerung zugrunde zu liegen
  • sie tritt vor allem dann auf, wenn eine Aufgabe als unangenehm, lästig, langweilig und beschwerlich erlebt wird
  • besonders gefährdet sind Personen, die im Allgemeinen eher weniger gewissenhaft sind, häufig impulsiv reagieren und leicht ablenkbar sind
  • lerntheoretisch handelt es sich um Vermeidungs- und Fluchtverhalten, das durch das rasche Nachlassen der aversiven Gefühle verstärkt wird. Es wird mitbedingt durch Versagensangst und Angst vor der negativen Bewertung durch andere

SYMPTOME

  • Prokrastination ist, wenn wichtige zugunsten unwichtiger Tätigkeiten aufgeschoben werden. Die Ersatztätigkeiten sind meist weniger unangenehm und oft schneller zu erledigen
  • das Aufschiebeverhalten hat in der Regel zwei Phasen: 1. Wenn noch viel Zeit bleibt bis zur endgültigen Erledigung einer Aufgabe, wird die Auseinandersetzung damit zunächst vor sich hergeschoben
  • 2. Kurz vor Terminende schlägt das Vermeidungsverhalten in hektische Aktivität um. Dann herrscht häufig maximale Anspannung, was sich oft negativ auf das Ergebnis auswirkt

THERAPIEN

  • als besonders erfolgversprechend gilt Verhaltenstherapie, die darauf abzielt, die Störungen durch das Erlernen von bewusster Selbststeuerung zu beheben
  • der Einsatz von Medikamenten ist nur dann empfehlenswert und sinnvoll, wenn das chronische Aufschieben Teil einer anderen psychischen Störung ist, beispielsweise einer Depression, eines Aufmerksamkeitsdefizits oder einer Hyperaktivitätsstörung

HEILUNGSCHANCEN
bisher fehlen entsprechende Studien zur Wirksamkeit, man vermutet jedoch gute Chancen bei Verhaltenstherapie

Autor: Christian Heinrich; Experte: Prof. Josef Baile